Feuer und Flamme fürs Mittelalter Dienstag, 25. Mai 2009
3000 Besucher beim ersten Ritterfest in Schloss Kugelhammer in Röthenbach Feuer und Flamme fürs Mittelalter WENDELSTEIN - Historische Kulisse und traumhaftes Wetter, Schaukämpfe und Kindertheater, altes Handwerk und mittelalterliche Musik: Rund 3000 Besucher ließen sich am Samstag im Röthenbacher Schloss Kugelhammer beim ersten «Ritter- und Landsknechtfest» in frühere Jahrhunderte zurückversetzen. Das Fest war eine gelungene Premiere im Rahmen der 750-Jahr-Feier der Marktgemeinde Wendelstein.
Bei Gustav Steyer stehen die Kinder Schlange. «Ich kann nicht mehr. Ich hab schon Blasen an den Fingern», stöhnt er. Aber sein Lächeln zeigt schon, dass er vor allem eines nicht kann: Nein sagen. Also, der nächste bitte. Die nächste Runde Goldwaschen. Weit über hundert Mal hat er mit den Mädchen und Jungs reines Gold aus dem Sand in dem großen schwarzen Bottich geholt. Millimeterkleine glänzende Stücke. «Das ist echtes Gold aus dem Yukon und aus dem Regen in Bayerischen Wald», sagt der Experte. Am Stand der Mineraliengruppe der Wendelsteiner Arbeiterwohlfahrt ist also tatsächlich Gold, was glänzt.
Glänzende Stimmung
...Glänzend ist auch die Stimmung. Vor allem, wenn der Gaukler auf seinen Stelzen durchs Publikum schreitet und mit den Gästen seine Späße treibt. Da streichelt er schon mal mit einer Bürste übers lichte männliche Haupthaar und streut zur Belohnung eine Handvoll Konfetti drüber. Hofnarren dürfen das. Und beim «Jonglier- Märchen» verbindet er Schabernack mit gekonnter Akrobatik...
Auch die Gruppe «Unholde», die Röthenbacher Lokalmatadoren, haben nicht nur Unsinn im Sinn. Im Puppentheater bringen sie die Kinder zum Strahlen.
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Mit Gewand und Federhut
Für mittelalterliches Flair sorgt vor allem die «Historische Nürnberger Stadtwache» in ihren originalgetreuen Kostümen, die sofort an D’ Artagnan erinnern. «Ich bin ein eitler Musketier, also eher Athos», sagt Eberhard Janke, der in schmuckem Gewand mit Federhut vor dem großen Zelt steht und Luntenschloss-Gewehre aus dem Dreißigjährigen Krieg erklärt. Ein paar Meter weiter hat Rüdiger Schramm seine Druckerei für die ersten Steindrucke mit Wendelsteiner Wahrzeichen aufgebaut und führt die fast ausgestorbene Kunst vor.
Altes Handwerk steht im Mittelpunkt – und ist eine Einladung zum Mitmachen. Nägelschmieden am offenem Feuer gleich neben dem riesigen Blasebalg: Nicht nur die Kinder sind begeistert.
«Ein traumhaftes Fest»
Gleich gegenüber liegt Rosen- und Lavendelduft in der Luft. Else Elsterer zeigt, wie sich Kernseife mit Mandelöl, heißer Milch und Blumenblüten in kleine Kunstwerke verwandelt lässt. Ansonsten wird getöpfert, und gesponnen, gefilzt und gezaubert.Wer es sportlich liebt, geht zum Bogenschießen, richtig kämpferisch wird es bei den Rittern, die mit Schwertern und Morgenstern für die Freiheit Wendelsteins fechten.
«Ein einmaliges Vergnügen für die ganze Familie», freut sich Bürgermeister Werner Langhans, der mit seiner Frau Susanne in historischer Tracht erschienen ist. «Ein traumhaftes Fest.» Optischer Höhepunkt ist die Feuerschau zum Finale. Und ganz zum Schluss hat Hausherrin Freifrau Sonja von Kreß noch eine Frage an das Publikum: «Wollen wir das nächstes Jahr wieder feiern?» Die Antwort ist laut und deutlich: «Jaaa.»
gw 25.5.2009 11:52 MEZ |